Spielen unterstützt das lernen

Wer spielt lernt - die gespendeten Spielwaren wurden mit grosser Dankbarkeit angenommen (zum vergrössern klicken)
Wer spielt lernt - die gespendeten Spielwaren wurden mit grosser Dankbarkeit angenommen (zum vergrössern klicken)

Das menschliche Gehirn ist einzigartig, weil es nebst den "ursprünglichen" Gehirnkomponenten (sog. Klein- und Mittelhirnkomponenten: Hypocampus, Hypothalamus, Amygdala, Fornix cerebri....) über Komponenten verfügt, welche die Verarbeitung komplexer kognitiver Vorgänge ermöglicht (Grosshirnrinde).  Diese Eigenschaft differenziert den Menschen von vielen anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Egal wie gut ausgeprägt jedoch dieser Teil des Gehirns ist, seine funktionelle Basis befindet sich in den "primitiven" Regionen des menschlichen Gehirns, denn es sind diese Regionen welche unter Anderem das unterbewusste Verhalten, trainierte Bewegungsabläufe und die Emotionsempfindung steuern.Diese Erkenntnis legt nahe, dass erfolgreiches Lernen (was im Prinzip eine rein kognitive Aufgabe darstellt) nicht ausschliesslich auf die Grosshirnrinde beschränkt werden kann. Dazu ein kleines Experiment: Nennen Sie bitte den Namen desjenigen Lehrers / Lehrerin welche(r) Ihnen aus Ihrer Schulzeit am besten in Erinnerung geblieben ist.

Nun Fragen Sie sich bitte, weshalb ausgerechnet diese Person (Sie hatten bestimmt mehrere Lehrer/innen) Ihnen in Erinnerung geblieben ist, und wie viele Lerninhalte Ihnen von dieser Person in Erinnerung geblieben sind.Sie werden feststellen, dass die zur Beantwortung dieser Frage einerseits nicht um Emotionen herum kommen, andererseits aber Ihnen von dieser Person der grössere Teil der Lerninhalte erhalten geblieben ist als bei anderen Lehrern/Lehrerinnen. Emotionen bilden die Basis dessen was wir "lernen" nennen - rein kognitives Lernen, ohne Emotionen, ist aufgrund des Einflusses der Klein- und Mittelhirnregionen kaum möglich. Dies hat besonders in jungen Jahren (4-8 jährig) grossen Einfluss auf das Lernvermögen von Menschen, da junge Menschen über keine Erfahrungen verfügen welche eine kognitive Bewältigung von Lerninhalten ermöglicht. Das Gehirn funktioniert in diesen jungen Jahren über die Emotionalität - eine Eigenschaft welche übrigens auch mit zunehmendem Erfahrungsschatz nicht verloren geht. Wer erfolgreich lernen will (das gilt auch für Erwachsene) sollte demnach den emotionalen Inhalten des Lernens Priorität schenken - und das geht am besten indem man spielerische Aktivitäten betreibt. Aus diesem Grund sind die Sachspenden wie z.B. Gesellschaftsspiele, Plüschtiere oder auch Wandmagnete so immens wichtig für die Bildungsförderung. Mit einfachsten Mitteln wie Kühlschrankmagneten lassen sich spiele spielen, welche die englischen Sprachkenntnisse fördern und darüber hinaus keine Anwesenheit eines "Lehrers" erfordern.Darüber hinaus fördert diese Art der Wissensvermittlung unweigerlich die Motivation der Lernenden, da diese sich gengenseitig herausfordern und mit einfachsten Mitteln Aufgaben stellen und entwickeln können.Letztendlich fördert die spielerische Art der Wissensvermittlung auch die Akzeptanz einer Lehrperson (im diesem Falle ich) unter den Schülern, denn die Kenyaner sind ein stolzes Volk und mögen es nicht unbedingt, wenn man (besonders als Euopäer) sie mit Gaben oder Spenden beschenkt. Kenyaner bevorzugen es viel mehr, wenn die Spenden als "Mittel zum Zweck" (in dem Falle Mittel zum Zweck des Lernens) an sie übergehen und sie scheuen dann auch nicht, sogleich Ihre spielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön (in Swahili "Asante sana") an die Spenderinnen und Spender für deren Grosszügigkeit.